Bernd Bachofer in Vietnam
Einchecken mit einem voll gepackten Rucksack, einer kulinarischen Landkarte, einer Medikamentensammlung, die genauso viel wog wie mein Handgepäck, 3 Reiseführern und einem guten Freund, der ebenso wie ich dem Bambusvirus verfallen ist. So nannten die französischen Militärführer das Phänomen von der Fernwehdroge Südostasien. Vor allem war er auch verrückt genug, Dinge zu verspeisen, die so ganz und gar nicht mit der westlichen abendländischen Ess-Kultur zu vereinbaren sind. Dinge die er so noch nie zuvor gegessen oder getrunken hat und es so wahrscheinlich auch nie wieder tun wird.
Ich wollte das Land kennen lernen. Ich wollte das Land schmecken und ich wollte Authentizität. Und das so intensiv es eben möglich ist, mit meiner doch recht knappen Reisezeit von 20 Tagen. Ich habe im Laufe meiner vielen anderen Reisen erkannt, dass der kulinarische Zustand viel vom Seelenleben einer Nation verrät. Wird gut gekocht, schwingt immer eine Art von Leichtigkeit durchs Land. Eine Prise Hedonismus streicht durch die Gassen und ein Hang zum Schöngeistigen, zum Kulturellen ist zu vernehmen - und das meistens gepaart mit einer liberalen Lebenseinstellung. Vielleicht ist die Gleichung zu einfach und zu naiv, ich habe jedoch für mich entdeckt: Ist die Küche gut, fühl' ich mich wohl!
Vietnam ist ein Land im Aufbruch. Ich bin mir sicher, dass ich es in 5 Jahren nicht mehr wieder erkennen werde. Der Massentourismus und die Globalisierung werden diese Perle sicher bald erobern. Nicht zuletzt wird sich dabei auch die Küche verändern. In den Städten ist das heute schon zu schmecken. Dennoch sei an der Stelle schon verraten, dass wir trotz, oder gerade wegen der jahrelangen amerikanischen und europäischen Präsenz in dem Land, auf nicht einen einzigen westlichen Fast Food Stand gestoßen sind. (bis auf einen hübsch dekorierten Döner Stand in Hanoi). Das ist umso erstaunlicher wenn man weiß, dass Saigon mit seinen 6 Millionen Einwohnern inzwischen eine mittlere, globale Wirtschaftsdrehscheibe in Südostasien darstellt, in der die Macht des Dollars unantastbar geworden ist.
Foto: Michael Wagner, Stuttgart / copyright
Kapitel 1
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Kapitel 2
In Ho-Chi-Minh-Stadt, auch heute noch besser unter ihrem alten Namen "Saigon" bekannt, spielt sich das Leben auf den Straßen ab.
weiterKapitel 3
Lesen Sie von paradiesischen Stränden, Touren durch die beiden "kulinarischen Hauptstädte" Hoi An und Hué und jeder Menge lukullischer Experimente.
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