Die Aromen und der Geschmack
Lassen Sie sich das auf der Zunge zergehen...
Es braucht schon einen guten Riecher, um die Vielfalt der Weinaromen zu entschlüsseln. Der wichtigste Partner der Nase ist dabei die Zunge. Sie erkennt in der Vielfalt der Aromen zwar nur vier Geschmacksrichtungen: die Spitze vermittelt Süße, an den Rändern prickelt Saures, weiter zur Mitte schmecken Sie Salz und ganz hinten, am Zungengrund liegen die Rezeptoren für die bittere Note, die der Wein stets im Abgang entfaltet und die in Maßen sehr erfrischend sein kann. Dennoch ist der Beitrag der Zunge zum reinen Geschmackserlebnis groß. Denn sie erwärmt den Wein im Mund und setzt so seine Aromen frei. Sie nehmen das Bouquet dann auf dem Umweg über den Rachenraum in der Nasenhöhle wahr.
Ein Experiment verdeutlicht das: Atmen Sie die Blume Ihres Weines schlürfend durch den Mund ein und entlassen Sie den Strauß der Düfte anschließend durch die Nase. Sie werden sehen, so erfahren Sie die Vielfalt der Aromen am intensivsten. Nachdem Sie vielleicht schon etwas über das Farbenspiel erfahren haben kommt jetzt auch noch der Tastsinn ins Spiel: Denn Ihre Zunge kann die verborgenen Geheimnisse des Weines auch fühlen. Zunächst erkennt sie die Temperatur der Flüssigkeit und des darin gelösten Alkohols. Dann erspürt sie das enthaltene Tannin und den eigentlichen "Körper": Ist der Tropfen süß und geschmeidig oder trocken und hart? Gleitet er leicht und cremig am Gaumen entlang oder fließt er schwer und ölig vorüber? Mit all diesen Empfindungen prägt die Zunge den Weingenuss, auf den Sie sich freuen können.
Aber wie würden Sie nun den Geschmack eines Grünen Veltliners beschreiben? Welche Aromen entdecken Sie in einem Chianti? Etwa auch Leder, Brennnessel, Feuerstein und Heu? Und welches Mineralwasser passt am besten zu Champagner?
Überraschende Antworten und noch viel mehr finden Sie in der großen Teinacher Wasser- & Weinprobe mit Christina Hilker - Sommelier des Jahres 2005.