Geschichte der Dinnete

ausgezeichnet regional

Ihre Entstehung verdanken die Dinnete eher praktischem Denken und schwäbischem Erfindungsreichtum als gezielter Planung:

Geschichte der Dinnete

Zu Zeiten, in denen in ländlichen Regionen einmal wöchentlich im großen Holzofen Brot gebacken wurde, dienten die Dinnete den Bäckerinnen und Bäckern vor allem als "Temperatur-Messer": Vom fertig zubereiteten Brotteig wurden kleine Stücke abgetrennt, zu länglichen Fladen flach auseinander gezogen und in den heißen Ofen geschoben. War der Fladen nach 15 Minuten in der Hitze zu dunkel, war die Ofentemperatur zu hoch zum Brotbacken. War der Teigling nach einer Viertelstunde jedoch zu hell, so musste der Ofen weiter angeheizt werden, bevor das Brot eingeschoben werden konnte. 

Für die Hausfrauen und Bäuerinnen bedeutete ein Backtag stets hohen Arbeitsaufwand: Vom Ansetzen des Vorteiges über das Kneten des Teiges und das Formen der Brote bis hin zum Aufheizen des Ofens und dem anschließenden Kontrollieren des Backvorgangs waren die Bäckerinnen über Stunden beschäftigt. Viel Zeit, nebenher noch ein aufwändiges Mittagessen zuzubereiten, blieb daher nicht.

So kamen die findigen Frauen auf die Idee, die vor dem Backen der Brote im Ofen gebackenen Teigfladen als Mittagessen zu servieren. Mit Zutaten, die im ländlichen Haushalt ohnehin meist vorrätig und zudem preiswert waren - Zwiebeln, Kartoffeln und manchmal auch Speck - belegten die Bäckerinnen die "Testfladen", bevor diese in den Ofen geschoben wurden. Die Dinnete waren geboren. 

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