Spätzle schaben: Werkzeug & Technik

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In ihrem Ursprung waren Spätzle ein „Arme-Leute-Essen“. Um die köstlichen Teigwaren herzustellen, benötigte die Hausfrau nicht mehr als Mehl, Wasser und Eier – auf die in Notzeiten sogar verzichtet werden konnte. Auch für die Herstellung der Spätzle in der eigenen Küche braucht es kein spezielles Werkzeug. Das ist bis heute so: Ein großer Kochtopf, ein Schaumlöffel, ein Holzbrett und ein breites Messer sind alles, was der Spätzlekoch benötigt.

Spätzle kochen

Doch auch vor einfachen Küchengeräten macht der Fortschritt keinen Halt: Das spezielle „Spätzlebrett“ ist eine Weiterentwicklung des herkömmlichen Brettchens. Ein unbeschichtetes Holzbrett wurde dazu mit einem Griff zum sicheren und bequemen Festhalten ausgestattet. Am anderen Ende läuft das Brett keilförmig spitz zu. Dies erleichtert das Herunterschaben der Spätzle ins kochende Wasser.

Statt des breiten Messers, das früher zum Schaben verwendet wurde, gibt es heute den Spätzleschaber. Das flache, etwa handbreite Metall ist an einem Ende aufgerollt, damit es sicher in der Hand liegt. Der Spätzleschaber muss möglichst dünn aber dennoch stabil sein, damit die Spätzle sicher vom Brett geschabt werden können. Herkömmliche Teigschaber aus Kunststoff sind daher zum Spätzle Schaben nicht geeignet.

Bei der Herstellung des Teiges sowie an der Technik des Schabens hat sich seit Anbeginn jedoch nichts geändert: Auch heute noch werde für den Teig alle Zutaten in einer großen Schüssel vermengt und so lange geschlagen, bis der Teig Blasen wirft. Wer es ganz traditionell halten möchte, verwendet hierbei nichts als die eigenen Hände. Fortschrittlicher und sauberer gelingt es mithilfe eines Kochlöffels mit Loch. Das Handrührgerät leistet die gleichen Dienste, ist bei den Traditionalisten jedoch verpönt. Wenn der Teig langsam und zäh von einem Löffel fließt ohne zu reißen, hat er die richtige Konsistenz.

Ist der Spätzleteig fertig, wird ein großer Topf mit Salzwasser auf den Herd gestellt. Sobald das Wasser kocht, werden Schaber und Brett kurz mit dem kochenden Wasser befeuchtet, anschließend ein bis zwei Esslöffel Teig auf das Brett gegeben und glatt gestrichen.

Jetzt heißt es, das spitz zulaufende Ende des Bretts dicht an die Wasseroberfläche zu halten und mithilfe des Schabers zügig kleine Teigstücke direkt in den Topf zu schaben. Die Spätzle sind fertig, wenn sie an der Wasseroberfläche schwimmen. Nun werden die Spätzle mit dem Schaumlöffel aus dem kochenden Wasser gehoben und zum Abtropfen in ein Sieb gegeben. Anschließend kommen sie zum Warmhalten – bis die restlichen Spätzle fertig sind, in einer Schüssel bei geringer Hitze in den Ofen.

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