Stuttgarter Rebsorten

ausgezeichnet regional

Zum überwiegenden Teil werden in der Region Stuttgart Rotweine - allen voran der Trollinger - angebaut. Dennoch erfreut sich die Region einer hoher Sortenvielfalt, die sie idealen Anbaubedingungen verdankt: dem milden Klima, den wasserdurchlässigen, wärmespeichernden Böden, meist aus Keuper und Muschelkalk, sowie den sonnigen Hang-, Steil- und Terrassenlagen. Die wichtigsten in und um Stuttgart angebauten Rebsorten stellen wir Ihnen hier vor.

Stuttgarter Rebsorten

Edel und gehaltvoll: die Stuttgarter Rotweine

Trollinger
Der Trollinger ist der schwäbische Rotwein schlechthin, obwohl die Traube vermutlich aus Tirol stammt: Aus der Herkunftsbezeichnung "Tirolinger" entwickelte sich der Name Trollinger. In Deutschland wird der Trollinger nur in Württemberg angebaut. Er ist robust und ertragreich, braucht aber warme Böden und geschützte Lagen, wie er es in Stuttgart vorfindet. Der Trollinger ist ein frischer, süffiger Wein von mittelroter Farbe, er wird oft auch als leichter Rosé gekeltert oder mit Lemberger und Dornfelder verschnitten. Mit seinem Duft nach Johannisbeere, Himbeere oder Wildkirsche ist er ein beliebter Begleiter der schwäbischen Küche.

Lemberger
Der Lemberger stammt aus den Donauländern und ist einer der beliebtesten württembergischen Weine. Er ist charaktervoll und fruchtig, mit einer tief dunkelroten Farbe, kräftigen Aromen und langem Abgang. Im Barrique ausgebaut bringt er Spitzenweine von Weltformat hervor.

Schwarzriesling
Der Schwarzriesling stammt vermutlich aus dem Burgund, wird aber bereits seit Jahrhunderten in Württemberg kultiviert. Als eher anspruchslose Rebe gibt er sich auch mit mittleren Lagen zufrieden und bringt rubinrote, samtige und gehaltvolle Weine hervor, die bereits als einfache Qualitätsweine hervorragend sein können.

Spätburgunder
Spätburgunder lautet der deutsche Name des Pinot Noir, eine der edelsten Rotweintrauben überhaupt. Sie mag die kalkhaltigen Böden in Württemberg und präsentiert sich mit meisterlicher Kellerkunst ausgebaut als tiefroter, duftender, kraftvoller und fruchtiger Wein.

Dornfelder
Die Dornfelder Traube wurde benannt nach Imanuel Dornfelder, Gründer der Weinbauschule in Weinsberg. Er ist eine der erfolgreichsten deutschen Neuzüchtungen unter den Rotweinen und wurde anfangs nur als Verschnitt für hellere Rotweine genutzt. Mit seinem gehaltvollen harmonischen Charakter, der tiefdunklen Farbe und den intensiven Fruchtaromen ist er ein idealer Wein für die kältere Jahreszeit. Im Barrique ausgebaut, reift er zu einem international anerkannten Spitzentropfen.

 

Frisch und fruchtig: die Stuttgarter Weißweine

Riesling
Der Riesling ist die beliebteste Rebsorte Deutschlands. Ursprünglich stammt er von einer rheinischen Wildrebe und bevorzugt warme Böden sowie kühles und dennoch sonniges Klima. Das Geheimnis eines gelungenen Rieslingweines ist sein unnachahmliches Zusammenspiel von Süße und Säure gepaart mit vornehmer filigraner Struktur oder kraftvoller Würze.

Silvaner
Aus Transsilvanien, dem rumänischen Siebenbürgen, stammt die Silvaner-Traube. Die Rebsorte ist ertragreich und recht anspruchslos, aber frostempfindlich. Sie liefert fruchtige, harmonische und geradlinige Weine mit geringer Säure. Er sollte jung getrunken werden und eignet sich ideal als Vierteleswein zum Vesper.

Kerner
Der Kerner ist die einzige rein württembergische Rebsorte. Er ist eine Kreuzung aus Trollinger und Riesling und verdankt seinen Namen dem Weinsberger Dichter, Arzt und Weinfreund Justinus Kerner. Er ist würzig, kraftvoll mit der feinen Säure des Rieslings.

Müller-Thurgau
Professor Hermann Müller aus Thurgau kreuzte im Jahr 1882 den Riesling mit einer weiteren Traube - ob Silvaner oder ein Gutedel , darüber sind sich die Weinforscher uneins. Der Müller-Thurgau ist ertragreich, stellt geringe Ansprüche an Lage und Boden und gedeiht bei Wasser speichernden Böden, wie es sie in Stuttgart gibt, besonders gut. Er zeichnet sich aus durch blumige, feine Muskataromen mit wenig Säure.

Ruländer
Der Ruländer ist eine uralte Rebsorte: Im Mittelalter war die Traube, die unter dem Namen Grauer Burgunder besser bekannt ist, in ganz Mittel- und Südeuropa verbreitet und wieder vergessen. Im Jahr 1711 entdeckte der Kaufmann Johann Ruland die Rebe in seinem Garten - und wurde so zum Wiederentdecker und Namensgeber der Ruländer-Traube. Die robuste Rebsorte besitzt rosafarbene Beeren und bringt gehaltvolle Weine hervor. Je nach Ausbaumethode leuchtet der Wein zartgelb bis tief bernsteinfarben.

Gewürztraminer
Der Gewürztraminer ist eine der ältesten Rebsorten und stammt vermutlich aus dem Ort Tramin in Südtirol. Die Traube hat eine dicke, rötliche Schale und gilt als besonders kostbar, da sie nur geringe Erträge bringt. Trocken oder halbtrocken ausgebaut ist der Gewürztaminer mit  seinem herb-würzigen Fruchtgeschmack ein stilvoller Begleiter kräftiger Speisen, gut gereift und edelsüß wird er als Aperitif geschätzt.

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