Weihnachtsbräuche
Frankreich
Der Höhepunkt des französischen Weihnachtsfestes ist "Le Reveillon", das Festessen zum Heilligen Abend, das am 24. Dezember stattfindet. Zu diesem Essen gibt es viele leckere Vorspeisen, eine Pute mit Maronen und zum Abschluss wird traditionell "Bûche de Noel" serviert, eine Schokoladen-Biskuitrolle. Nach dem Weihnachtsschmaus besucht die Familie gemeinsam die Mitternachtsmesse. In der Zwischenzeit, während niemand zuhause ist, kommt "Père Noel", der Weihnachtsmann.
Er sucht das Wohnzimmer mit der Krippe, wo die Kinder ihre frisch geputzten Schuhe aufgestellt haben. In jedes Paar schiebt Père Noel dann seine Geschenke.
Großbritannien
In Großbritannien geht es zur Weihnachtszeit fröhlich zu: Alle Räume werden mit Misteln, Stechpalmen, Lorbeer und bunten Girlanden geschmückt. Am 24. Dezember hängen die Kinder im Haus ihre Strümpfe auf: Wenn alles schläft, steigt der Weihnachtsmann durch den Schornstein ins Haus und füllt die Strümpfe mit Geschenken.
Zum Festmahl am "Christmas Day", dem 25. Dezember, kommt Plumpudding und "Gregor", der typische britische Truthahn auf den Tisch. Er wurde benannt nach dem Gregorianischen Kalender, nach dem Weihnachten in den Dezember fällt. Bis 1752 hielten sich die Briten nämlich an den Julianischen Kalender und feierten Weihnachten am 6. Januar. Heute noch treibt an diesem Tag die "Mari Lwyd" ihr Unwesen: Die weißvermummte Gestalt klingelt an den Wohnungstüren, stellt den Bewohnern Rätsel - und will ebenfalls befragt werden. Wer die Antwort nicht weiß, oder wem kein Rätsel einfällt, der wird von ihr gebissen und muss das pferdeähnliche Wesen auch noch mit Speis und Trank bewirten.
Italien
Im Mittelpunkt des italienischen Weihnachtsfestes stehen prächtig geschmückte Krippen, die bereits Wochen vor Weihnachten liebevoll aufgebaut werden. Dieser Brauch geht zurück auf Franz von Assisi, der als erster die Weihnachtsgeschichte mit Figuren darstellte. Am 6. Dezember hängt San Nicola kleine Geschenke an die Schlafzimmertüren und bereits am 13.12. werden die braven Kinder wieder beschenkt - diesmal von der Lichterkönigin Santa Lucia.
An Heilig Abend veranstalten die Familien eine Art "Geschenkelotterie", bei der jedes Familienmitglied die Nummer seines Geschenkes zieht. Ein ausgiebiges Weihnachtsessen folgt, das seinen Abschluss in der Mitternachtsmesse findet. Die "richtige" Bescherung findet allerdings erst am 6. Januar statt: Dann kommt die Dreikönigshexe "Befana" und bringt den braven Kindern Geschenke, den bösen jedoch nur Asche und Kohle.
Niederlande
In den Niederlanden ist der Nikolaustag das Fest der Geschenke: "Sinterklaas" und sein Begleiter, der "Zwarte Piet", kommen am 5. Dezember. Tagsüber ziehen sie durch die Straßen und verteilen Süßigkeiten und kleine Geschenke. In der Nacht reitet Sinterklaas auf seinem Schimmel über die Dächer und wirft für die braven Kinder Schokoladen-Buchstaben, Pfefferkuchen oder andere Süßigkeiten und Geschenke durch den Schornstein. Die Geschenke fallen in die Schuhe, die die Kinder mit einer Mohrrübe oder etwas Heu für den Schimmel gefüllt und am Kamin aufgestellt haben.
Am 24. Dezember wird auch in Holland Weihnachten gefeiert. Allerdings ist der Heilige Abend mehr ein religiöses Ereignis, Geschenke gibt es an diesem Tag keine mehr. Nach der Kirche wartet zu Hause ein Festmahl - und manchmal doch noch ein kleines Geschenk.
Schweden
In Schweden ist der 13. Dezember einer der wichtigsten Tage in der Vorweihnachtszeit: Am so genannten "Lucia-Tag" geht die älteste Tochter des Hauses bekleidet mit einem weißen Gewand, einem roten Band um die Taille und einem Kranz mit Kerzen auf dem Kopf durch das Haus und weckt die Familie. Dazu verteilt sie Lucia-Gebäck.
Das eigentliche Weihnachtsfest heißt in Schweden "Julfest" und entstammt alten Ernte- und Mittwinter-Bräuchen. Zum Julfest wird Julbrot gebacken, Julbier gebraut und Julstroh in der Julstube verstreut. Der Höhepunkt der Festivitäten ist der Heilige Abend, an dem das aufwendige Weihnachtsbuffett, genannt Smörgasbord, aufgetischt wird. Traditionell gibt es Hering, Wurst aller Art, Schinken, Schweinesülze, Fleischklösschen, Stockfisch und Brei. Nach dem Essen versammelt sich die Familie um den Weihnachtsbaum und öffnet die Geschenke, die vom "Jultomten", dem schwedischen Weihnachtsmann, gebracht wurden.